Mallorca 38. Woche

Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca

Folge 116 von Egon Garding

Der Sommer neigt sich dem Ende - Segen oder Fluch?

Germania Mallorca: Klappt es diesmal?

Wer hätte gedacht, dass eine Sonnenfinsternis über den Auftakt einer Fußballkarriere entscheidet? Genau das passierte dem FC Germania Mallorca. Als Thorsten Legat im April verkündete, er gründe den ersten deutschen Fußballverein der Insel, war seine eigene erste Reaktion angeblich: "Leck mich am Arsch." Die Insel war da schon vorbereiteter als der Verein selbst – der hatte gerade mal sechs Trainingseinheiten hinter sich, als am 12. August das Debüt anstand. Ausgerechnet in der Sekunde, in der der Platzwart wegen der Verfinsterung das Flutlicht einschaltete, fiel das Gegentor. 0:1 gegen CD Génova – Motto "From Zero to La Liga" vorerst nur zur Hälfte erfüllt: zero war da, La Liga noch nicht in Sicht.

Doch seither läuft es. 3:2 gegen CD San Roque, 2:1 gegen den höherklassigen FC Platges de Calvià, zuletzt 3:0 bei CD Génova B – ganz ohne Gegentor. Verstärkt wurde nebenbei mit einem Ex-Köln-Torhüter, offenbar reicht Bundesliga-Erfahrung auch auf Regionalliga-Rasen mit Meerblick.

Am 20. September steht nun das erste echte Heimspiel an, Gegner: Campanet. Die Frage aller Fragen, die sich diesmal auch Legat stellen dürfte: Klappt es diesmal – oder schaltet wieder jemand im falschen Moment das Licht an? Real Madrid und Barcelona darf man ja weiterhin träumen, solange niemand nach der Uhrzeit fragt.

Der Herbst auf Mallorca

Der Herbst auf Mallorca verläuft klassisch in zwei Phasen: ein goldener, noch sommerlicher September und ein spürbar unbeständigerer Ausklang ab Mitte Oktober.

Im September bleibt es mit Tageswerten um 27–28°C und Wassertemperaturen von rund 25°C praktisch badewarm – nur an etwa 4 Tagen fällt Regen, dafür scheint fast 8 Stunden täglich die Sonne. Der Oktober markiert dann die eigentliche Wende: Die Lufttemperatur sinkt auf etwa 23°C tagsüber, das Meer kühlt auf rund 22°C ab, und die Niederschläge nehmen deutlich zu – vor allem im Nordwesten rund um die Tramuntana-Berge, während der Osten der Insel meist trockener bleibt. Typisch sind dabei nicht Dauerregen, sondern sonnige, trockene Phasen, die von einzelnen kräftigen, teils gewittrigen Regentagen unterbrochen werden.

Im November wird es endgültig herbstlich: Tageswerte um 18–19°C, nachts schon einstellig, das Wasser kühlt auf etwa 18–19°C ab, und mit 6–8 Regentagen ist es der nasseste der drei Monate – bei aber immer noch knapp 5–6 Sonnenstunden pro Tag.

Kurz gesagt: September zum Baden nutzen, ab Mitte Oktober Regenjacke einpacken.

 

Stille Nacht, neue Adresse: Palmas Weihnachtsmarkt zieht vor die Kathedrale

Palmas Weihnachtsmarkt hat sich entschieden: Umzug statt Umkehr. Nach einem ersten Jahr voller Beschwerden, Protestmärschen und weißer Kreuze gegen die "Kolonialisierung" der Altstadt zieht der österreichisch organisierte Glühweinstand jetzt vom Sa-Feixina-Park an einen diskreteren Ort um: direkt vor die Kathedrale.

Vom 21. November bis 6. Januar dürfen 60 Buden, 46 Markttage und eine Eisbahn ihr Bestes geben, um La Seu weihnachtlich einzurahmen – eine der meistfotografierten Kulissen der Insel, jetzt garniert mit Lebkuchenduft und Punschbechern. Die Handelsverbände Afedeco und Pimeco nennen ihre Kampagne stolz "Palma, ein Zentrum der Unterhaltung". Die Anwohner von Sa Feixina nannten das letztes Jahr eher "elf Uhr abends und wir können nicht schlafen" – und dürfen jetzt endlich wieder durchschlafen, während zwei Straßen weiter neue Nachbarn ans Fenster treten.

Ob der Lärm dadurch tatsächlich leiser wird oder nur wandert, wird sich zeigen. Immerhin hat die Kathedrale keine Fensterbank, die sich beschweren kann – dafür bekommen Touristen ihr Weihnachtsfoto jetzt im Doppelpack: Gotik im Hintergrund, Rentierlichter im Vordergrund, Eisschlittschuhe quietschend dazwischen.

Fazit: Der Markt bleibt deutsch geprägt, kommerziell und umstritten – nur eben mit besserer Adresse und kürzerem Weg zur Beichte. Frohes Fest, Palma. Und diesmal bitte mit Kopfhörern für alle.

 

Abgemeldet: Wie viele Touristen bleiben nächsten Sommer weg?

Die Frage, die sich jeder stellt, der schon mal im Stau nach Palma stand: Wie viele Urlauber werden der Insel nächsten Sommer den Rücken kehren? Die ehrliche Antwort: Keiner weiß es genau – aber die Insel übt schon mal fürs Alleinsein.

Die Zahlen der letzten Saison lesen sich wie ein Abschiedsbrief. Deutsche Gäste minus zwei bis vier Prozent, Briten minus 6,5 Prozent, Ibiza und Formentera gleich minus zehn. Grund: Die Preise steigen schneller als das Thermometer, und das tut in Llucmajor mittlerweile auch bei 41 Grad. Palma feierte diesen Sommer sogar die "heißeste Nacht aller Zeiten" – romantisch ist anders.

Wer trotzdem kommt, bleibt kürzer, meidet die Mittagshitze und den Kulturausflug und bucht lieber eine Höhle statt eine Kathedrale. Sogar die Reisebusse fahren fünf bis zehn Prozent leerer – offenbar hat sich rumgesprochen, dass Klimaanlage kein Luxus mehr ist, sondern Überlebensausrüstung.

Kroatien, Albanien und die Türkei reiben sich derweil die Hände. Mallorca aber bleibt gelassen: Weniger Touristen heißt weniger Warteschlangen an der Eisdiele – und genau das nennt man hier neuerdings Erholung.

Vollgas ins Chaos: Mallorcas traurige Rekordjagd auf Asphalt

Mallorca schlägt wieder eine Statistik – ausgerechnet die falsche. 21 Verkehrstote zählte die Insel von Januar bis Ende August 2026, satte 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ganz Spanien wird währenddessen vorsichtiger: minus zwei Prozent. Nur die Balearen fahren in die entgegengesetzte Richtung – Vollgas, versteht sich.

Die Gründe liegen quasi am Straßenrand. Immer mehr Blechkarossen quetschen sich über eine Insel, die eigentlich für Eselskarren gebaut wurde. Mietwagen-Cowboys verwechseln die kurvige MA-10 mit der Nordschleife, Rollerfahrer im Ballermann-Rausch halten Helme für eine lästige Kopfbedeckungs-Empfehlung, und auf der Ma-19 wird notorisch so überholt, als winke am Ende ein Pokal statt ein Kreisverkehr.

Die Gemeinden reagieren mit dem bewährten Mittel: neue Kreisel, neue Schilder, neue Blitzer – und ein Budget, das gefühlt eher in Palmenschmuck vor dem Rathaus fließt. Die Verkehrspolizei jedenfalls hat mehr zu tun als die Bierpreise am Ballermann.

Zum Lachen ist daran eigentlich nichts. Höchstens ein bitteres, ein galliges Lachen – das der Insulaner, die wissen: Wer hier fährt, sollte den Fuß vom Gas nehmen, bevor die Statistik es für ihn tut. Gute Fahrt, Mallorca – und diesmal wirklich vorsichtig.

 

Wetter

 

Mallorca-Wetter: Spätsommer-Trotz, laue Nächte und ein Fünkchen Restfeuchte – der Sieben-Tage-Blick

 

Liebe Sonnenanbeter, Kalender-Ignoranten und Tramuntana-Flüsterer,

Mallorca lässt sich vom Kalender partout nicht beirren: Draußen steht „Herbst", drinnen im Thermometer aber weiterhin „Hochsommer" – und die Insel scheint fest entschlossen, diesen Widerspruch noch mindestens eine Woche lang auszusitzen.

Los geht's morgen, Sonntag, mit 28 Grad und einem Himmel, der offenbar keinerlei Wolken zugelassen hat – perfekt für alle, die den Wochenausflug nach Alcúdia noch schnell einschieben wollen, bevor die Zikaden in den Feierabend gehen.

Montag legt die Insel noch eine Schippe drauf: 31 Grad, dazu ein müdes fünfprozentiges Regenrisiko, das man getrost ignorieren darf – höchstens ein einzelner, verwirrter Tropfen dürfte sich auf die Kathedrale von Palma verirren.

Dienstag und Mittwoch verharrt Mallorca bei knapp 30 Grad und wolkenlosem Optimismus, ganz so, als hätte der September beschlossen, erst mal Urlaub vom eigenen Ruf als „der kühlere Monat" zu nehmen. Die Tramuntana hält sich mit dramatischen Wettergesten vornehm zurück und lässt die Berge einfach nur schön aussehen.

 

Donnerstag klettert das Thermometer auf 30 Grad, und mit 15 Prozent Regenwahrscheinlichkeit wagt sich erstmals in dieser Woche echte Restfeuchte aufs Spielfeld – vermutlich nur, um kurz zu beweisen, dass sie überhaupt noch existiert.

Freitag bleibt es bei ähnlichen 30 Grad und 10 Prozent Regenrisiko, genug für ein schlechtes Gewissen beim Verleiher der Strandliegen, aber zu wenig, um tatsächlich jemanden nass zu machen.

 

Zum Wochenausklang, Samstag, den 26. September, zeigt sich die Insel bei 30 Grad und weiterhin 10 Prozent Regenrisiko von ihrer gewohnt verlässlichen Seite – ein Spätsommer-Finale, das seinen eigenen Abspann offenbar noch nicht gelesen hat.

 

Die gute Nachricht für Nachtschwärmer: Unter 16 Grad rutscht das Thermometer an keinem Abend, die Terrassen-Schoppen bleiben also weiterhin schweißfrei genießbar. Regenschirme dürfen diese Woche getrost im Schrank verstauben – ein skeptischer Blick zum Himmel reicht als Vorsichtsmaßnahme völlig aus.

 

Fazit der Woche: Sonnencreme, kurze Ärmel und die stille Weigerung, den Herbst überhaupt zur Kenntnis zu nehmen – mehr braucht es nicht, um diese Woche auf Mallorca schadlos zu genießen. ¡Salud! und bis zur nächsten Vorhersage.

In diesem Sinne, eine schöne und eine erfolgreiche Woche auf der Insel oder wo auch immer Sie sind.

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