Mallorca 37. Woche
Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca
Folge 115 von Egon Garding
Saharasturm
Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca
Flughafen Palma: Rekordpassagiere trotz Verspätunge
Trotz eines stürmischen Wochenstarts letzte Woche, meldet der Flughafen Palma de Mallorca weiterhin steigende Passagierzahlen. Die Betreibergesellschaft Aena rechnet damit, dass sich der Trend fortsetzt: Bis zum Jahr 2031 sollen jährlich rund 35,7 Millionen Passagiere über den Airport reisen – das wären etwa zwei Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Am Mittwoch allerdings sorgte das Unwetter mit Starkregen und Sturmböen für erhebliche Verspätungen im Flugbetrieb. Zahlreiche Maschinen konnten nicht pünktlich starten oder landen, Reisende mussten sich auf längere Wartezeiten einstellen. Strukturell bleibt der Flughafen an seine Kapazitätsgrenze gebunden: Maximal 66 Starts und Landungen pro Stunde sind derzeit möglich. Eine Schienenanbindung existiert bis heute nicht, wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel zum Airport bleibt der Bus. Immerhin stehen Reisenden rund 3.950 öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Die Kombination aus wachsendem Passagieraufkommen und begrenzter Infrastruktur bleibt damit ein Dauerthema auf der Insel – besonders dann, wenn wie in dieser Woche das Wetter zusätzlich für Verzögerungen sorgt. Wer in den kommenden Tagen einen Flug ab oder nach Palma plant, sollte daher genügend Zeitpuffer einplanen und aktuelle Fluginformationen im Blick behalten.
Sturmtief bringt Überflutungen und ein Todesopfer
Ein kräftiges Sturmtief hat diese Woche für dramatische Szenen auf den Balearen gesorgt. Am Mittwoch galt für die gesamte Inselgruppe die orangene Warnstufe: Starkregen, Gewitter, Hagel und Windböen von bis zu 109 Kilometern pro Stunde zogen über Mallorca. Örtlich fielen bis zu 47 Liter Regen pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit, Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, mehrere Unterführungen liefen voll. Bei den Überflutungen kam eine Frau ums Leben, als die Wassermassen sie auf einer Straße erfassten. Auch der Flughafen Palma blieb nicht verschont: Am frühen Morgen kam es zu erheblichen Verspätungen im Flugverkehr. Die Feuerwehr musste an zahlreichen Stellen der Insel ausrücken, um Straßen zu räumen und Menschen aus überfluteten Fahrzeugen zu befreien. Die Wetterdienste riefen zur Vorsicht auf: Wer bei starkem Regen unterwegs war, sollte überflutete Straßen und Unterführungen unbedingt meiden und das Auto keinesfalls in tieferliegenden Bereichen abstellen. Schon wenige Zentimeter fließendes Wasser können ausreichen, um die Kontrolle zu verlieren. Die Balearen erlebten damit erneut, wie schnell sich das Mittelmeerklima von Hitze zu Unwetter wandeln kann – ein Grund mehr, Warnstufen ernst zu nehmen und Wetterwarnungen der Behörden aufmerksam zu verfolgen.
Wahlkampfzeit
Die Auseinandersetzungen im Balearen-Parlament sind lauter und persönlicher geworden. Die linke PSIB und die populistische Més versuchen, auf Demonstrationen ihre Anhängerschaft zu mobilisieren. Die regierende PP unter Marga Prohens ist bemüht, ihre Erfolge in der Wohnungs- und Tourismuspolitik zu vermitteln und hervorzuheben. In der Wohnungspolitik kann sie darauf verweisen, dass sie im Gegensatz zur achtjährigen Regierungszeit der Linken eine ansehnliche Bilanz vorlegen kann. Fast 2.000 Wohnungen wurden durch Umwandlung von Geschäftsräumen in Wohnräume, durch Neuaufteilungen von großen Wohnungen und durch Ausbau und Aufstockungen geschaffen. Darüber hinaus wurden das Bauund Genehmigungsrecht und die Genehmigungszeiten verschlankt, sodass der Bau von weiteren 8.000 Wohnungen angeschoben und begonnen wurde. In der Tourismuspolitik sind die Maßnahmen der Regierung noch nicht überzeugend: Bremsung der Tourismuszahlen durch Beschränkung von Quartieren und Mietwagen, Maßnahmen zur Beseitigung der illegalen Ferienvermietung und viele runde Tische und Arbeitsgruppen. Aber so richtig überzeugend und durchgreifend ist das alles noch nicht.
Die letzte große Umfrage fand im Juni 2026 statt. Da fehlte Marga Prohens von der PP nur ein Sitz zur absoluten Mehrheit. Die PP muss 30 Sitze erringen, um auch ohne die Rechtsaußen-Partei Vox regieren zu können, von der sie in der laufenden Legislaturperiode nicht immer unterstützt wurde. Im Gegenteil: Vox hat der PP mehrfach kräftig gegen das Schienbein getreten. Vox zieht wie in Deutschland die AfD die Migrationskarte. Die Migrationspolitik der linken Zentralregierung scheint Vox bei den Wahlen stark zu begünstigen. Die linke PSIB schwächelt derzeit. Wegen Korruptionsvorwürfen hat sich Francina Armengol aus dem Balearen-Wahlkampf zurückgezogen. Stattdessen stellt sich Rosario Sánchez als Bewerberin um das Ministerpräsidentenamt zur Wahl. Und schließlich ist da die populistische Més. Sie ist die Partei der Unzufriedenen.
Pferdekutschen oh weh……………..
Ach, Palma im Sommer – ein Backofen mit Meerblick, und wir alle sind die Brötchen. Die Gassen glühen, die Plätze glühen, und mittendrin stehen die Pferdekutschen, dieses charmante Relikt aus einer Zeit, als "artgerecht" noch niemand googeln musste. Die Pferde stehen da wie hartgekochte Eier auf der Herdplatte, während die Sonne sich gemütlich durch ihr Fell frisst.
Und die Touristen? Steigen begeistert ein, ganz Postkartenromantik, offenbar ohne zu merken, dass sie gerade eine Fahrt durch den Pizzaofen gebucht haben – Zuggetier inklusive, Stunden in der Sonne, manchmal mehrmals täglich. Wirklich, wer braucht schon Tierwohl, wenn das Foto so hübsch wird.
Neulich hatte eine deutsche Touristin die Frechheit, um Wasser für ein sichtlich am Ende befindliches Pferd zu bitten. Der Kutscher reagierte mit der ganzen Grandezza eines Mannes, dem man gerade sein Geschäftsmodell vorgehalten hat: Beschimpfung, dann Wasser – ins Gesicht der Frau, nicht ins Maul des Pferdes. Prioritäten, klar geregelt. Das Video ging viral, alle empörten sich fünf Minuten lang, und dann? Zurück zur Tagesordnung, wie seit Jahrzehnten.
Elektrische Kutschen gäbe es längst zu kaufen, aber warum modernisieren, wenn Nostalgie so gut Kasse macht. Die Kutscher klammern sich an ihr Geschäft wie ein störrischer Esel, der partout nicht von der Stelle will, während die Pferde zittrig, dünn und ohne jede Hoffnung im Blick auf dem glühenden Pflaster ausharren. Hauptsache, die Kutsche rollt und die Kamera klickt.
Vielleicht ändert sich das ja mal – kurz nachdem Esel fliegen lernen. Bis dahin: Sonne, Applaus, Wasser ins falsche Gesicht. Business as usual auf Mallorca.
Balearen könnten Tourismusrekord mit 20 Millionen Gästen aufstellen
Der Tourismus auf den Balearen steuert offenbar auf ein historisches Rekordjahr zu. Tourismusminister Jaume Bauzá erklärte in dieser Woche, die Inselgruppe könne erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 20 Millionen Besuchern in einem Jahr erreichen. Gleichzeitig zeigt sich ein interessanter Wandel im Reiseverhalten: Die Zahl der Übernachtungen sinkt leicht, weil viele Gäste zwar häufiger, aber für kürzere Zeiträume auf die Insel kommen. Statt der klassischen zweiwöchigen Sommerreise setzen mehr Urlauber auf kürzere Aufenthalte über das ganze Jahr verteilt – auch außerhalb der Hauptsaison. Der September profitiert davon besonders: Viele Reisende suchen gezielt die Wochen nach den großen Sommerferien, wenn die Temperaturen etwas milder und die Strände weniger überfüllt sind. Für die Tourismusbranche ist das eine gute Nachricht, bringt aber auch Herausforderungen mit sich: Eine gleichmäßigere Auslastung übers Jahr verändert Personalplanung, Preisgestaltung und Infrastrukturbedarf. Kritiker mahnen zugleich, dass ein Rekord bei den Besucherzahlen die Diskussion über Kapazitätsgrenzen der Insel – etwa bei Wasser, Wohnraum und Verkehr – nicht verstummen lassen sollte. Die Balearen bleiben damit im Spannungsfeld zwischen touristischem Erfolg und der Frage, wie viel Wachstum die Insel eigentlich verträgt.
WETTER
Liebe Sonnenanbeter, Fächer-Virtuosen und Ventilator-Flüsterer,
Mallorca fährt in den kommenden sieben Tagen noch einmal die ganz große Sommer-Show auf, bevor sich die Insel mit spätsommerlicher Gelassenheit dem Herbst nähert. Wer schon die Strickjacke aus dem Schrank gekramt hat, darf sie getrost wieder einpacken.
Los geht's am Sonntag mit 31 Grad und reichlich Sonnenschein – ein Wochenstart, der jedem Thermometer ein zufriedenes Grinsen ins Display zaubert.
Montag legt noch eine Schippe nach: ebenfalls 31 Grad, wolkenloser Himmel, und alle, die behaupten, der September sei schon "der ruhigere Monat", werden hier eindrucksvoll widerlegt. Wer jetzt nicht spätestens zum zweiten Eis greift, hat den Ernst der Lage offenbar unterschätzt.
Dienstag wird es mit 30 Grad kaum kühler, dafür frischt der Wind auf bis 30 km/h – die Sonnenschirme am Strand verhandeln nun offen über ihre Zukunft, und wer seinen Hut liebt, sollte ihn festhalten wie den letzten Cocktail auf der Poolparty.
Mittwoch mischt sich, bei weiterhin 30 Grad, eine zaghafte Restwahrscheinlichkeit von 7 Prozent Regen ins Programm – praktisch nur genug, um kurz zu behaupten, es habe "auch mal geregnet", während der Wind mit Böen bis 32 km/h die eigentliche Hauptrolle übernimmt.
Donnerstag beruhigt sich die Insel wieder spürbar: 29 Grad, überwiegend sonnig, der Wind zieht sich zurück wie ein Gast, der spürt, dass die Party vorbei ist.
Freitag bleibt es bei 29 Grad und viel Sonne – ideal, um die letzten Sandburgen des Sommers fachgerecht zu vollenden. Zum Wochenausklang, Samstag, pendelt sich die Insel bei 28 Grad ein, überwiegend sonnig und mit einer erfreulich müden Brise – ein würdiger, entspannter Schlusspunkt.
Die gute Nachricht für Nachteulen: Die Temperaturen fallen an keinem Abend unter 17 Grad, der Absacker auf der Terrasse bleibt also garantiert schweißfrei. Die noch bessere Nachricht: Regenschirme dürfen diese Woche getrost im Schrank Staub sammeln – höchstens Mittwoch lohnt ein skeptischer Blick zum Himmel, mehr aus Prinzip als aus echter Sorge.
Fazit der Woche: Sonnencreme in Großpackung, ein Hut mit gutem Griff für die Wind-Tage in der Wochenmitte, und ansonsten einfach genießen – Mallorca zeigt sich von seiner verlässlichsten Seite. ¡Salud! und bis zur nächsten Vorhersage.
Aus dem Inhalt:
Flughafen Palma: Rekordpassagiere trotz Verspätungen, Sturmtief bringt Überflutungen und ein Todesopfer, Wahlkampfzeit, Pferdekutschen oh weh…., Balearen könnten Tourismusrekord mit 20 Millionen Gästen aufstellen und das Wetter auf Mallorca.
Dieser Post erreicht auf 52 Facebook Seiten ca. 648.000 potenzielle Leser.
In diesem Sinne, eine schöne und eine erfolgreiche Woche auf der Insel oder wo auch immer Sie sind.
www.egongarding.com
https://www.facebook.com/groups/mallorcadeutscherclub
Jetzt beitreten und nichts mehr verpassen – kost nix, ist trotzdem was!