Mallorca 29. Woche

Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca

Folge 110 von Egon Garding

Wie geht es weiter mit Pferden und Kutschen in Palma?

Hü oder Hott? In Palma de Mallorca ist der Streit um die Pferdekutschen noch lange nicht ausgekutschert. Ein Gerichtsurteil hat mächtig Staub aufgewirbelt – und zwar ausgerechnet wegen eines fehlenden Formulars.

Manchmal, liebe Leser, scheitert Politik nicht an großen Fragen, sondern an einem einzigen fehlenden Papierchen. Palmas Stadtverwaltung wollte 2022 die Kutschpferde bei großer Hitze konsequent in den Stall schicken – aus Tierschutzgründen, versteht sich. Jetzt hat das Oberste Gericht der Balearen die Regelung gekippt. Der Grund klingt fast wie ein Treppenwitz: Es fehlte das vorgeschriebene Gutachten zur Gleichstellung der Geschlechter. Ja, richtig gehört – bevor ein Pferd in Palma schwitzen darf, muss offenbar erst geklärt werden, ob das Verbot männliche und weibliche Kutscher gleichermaßen betrifft.

Der Kutscherverband jubelt, Sprecher Venancio Vargas nennt das ursprüngliche Gesetz von Anfang an schlampig gemacht. Immerhin: Bei Rot- oder Orange-Warnung bleibt es beim Fahrverbot, nur bei Gelb dürfen die Rösser jetzt wieder ran.

Und die Zukunft? Die zeichnet sich elektrisch ab. Der Verband bekräftigt seinen Umstieg auf E-Kutschen – bis nächstes Jahr, so die Hoffnung, soll etwa die Hälfte der Flotte lautlos surren statt zu schnauben. Bürokratisch hakt es zwar noch, aber die Richtung stimmt.

Bis dahin heißt es auf Mallorcas Straßen weiter: Klappern gehört zum Geschäft – und manchmal auch zum Gericht.

Ob mit Pferd oder Akku – am Ende zählt für die Kutscher offenbar vor allem eins: dass die Formulare stimmen..

 

Reservierung in Bussen

Wer schon mal im Hochsommer auf Mallorca in einen TIB-Bus einsteigen wollte – und dabei fast geplättet wurde von einer Reisegruppe mit Badetaschen, Sonnenschirmen und dem unerschütterlichen Willen, den Fensterplatz zu ergattern – der wird die nächste Meldung mit einem Schmunzeln quittieren. Die Inselregierung hat nämlich die Notbremse gezogen.

Mallorca macht Ernst: Wer künftig entspannt von Palma nach Valldemossa oder Port de Sóller schaukeln möchte, der muss sich das erst einmal verdienen – mit einer Reservierung. Ministerpräsidentin Marga Prohens hat ein Pilotprojekt auf der Linie 203 vorgestellt, die durch die Tramuntana-Berge führt. Einheimische mit der sogenannten Intermodal-Karte können ab Anfang Juli vorab ihren Platz reservieren – und werden dann bevorzugt behandelt. Touristen hingegen haben das Nachsehen.

Der Grund ist simpel: Die TIB-Überlandbusse platzen aus allen Nähten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Fahrgastzahl um rund zwanzig Prozent gestiegen – und wer im Sommer an einer Haltestelle stand, weiß: Die Busse kamen voll an und fuhren noch voller weiter.

Immerhin hat die Regionalregierung 150 Millionen Euro investiert, 27 neue Busse angeschafft und das Angebot um fünfzig Prozent ausgebaut. Und das Beste: Fahren ist weiterhin kostenlos – zumindest mit der Intermodal-Karte.

Bleibt die Frage, wie man als Tourist künftig von A nach B kommt. Die Antwort lautet wohl: früher aufstehen, schneller drücken – oder einfach Resident werden. Was auf Mallorca, Stand heute, ungefähr so leicht ist wie ein ruhiger August in Magaluf.

Das Pilotprojekt soll ausgewertet und bei Erfolg auf weitere Linien ausgedehnt werden. Die Insel lernt gerade, dass man Paradiese manchmal auch verwalten muss.

Reservierungspflicht im Bus – wer hätte gedacht, dass Mallorca uns eines Tages beibringt, wie das mit der Geduld funktioniert.

 

Partyurlauber zahlen ordentlich Strafen

Mallorca, die Lieblingsinsel der Deutschen – Sonne, Sangría und Ballermann. Doch wer in diesem Sommer an der Playa de Palma so richtig auf den Putz hauen will, sollte vorher seinen Geldbeutel checken. Denn die Behörden machen Ernst – und das kostet.

Früher war alles einfacher. Ein Bier aus der Plastiktüte, kurze Hose auf der Promenade, und wenn's zu heiß wurde, kurz im Springbrunnen abkühlen – kein Problem. Heute steht da ein Polizist. Und der hat einen Kassenbon dabei.

Die Behörden an der Playa de Palma haben die Geduld verloren. In mehreren Ferienregionen gelten strenge Vorschriften gegen exzessiven Partytourismus, Lärm und Alkohol auf offener Straße – bei Verstößen drohen empfindliche Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro. Dreitausend Euro. Für ein Bier auf der Straße. Das ist kein Urlaub mehr, das ist ein Finanzierungsmodell für den Stadthaushalt Palmas.

Trinken in der Öffentlichkeit ist in Hotspots wie der Playa de Palma strengstens verboten. Und wer in einem All-Inclusive-Hotel übernachtet, bekommt gesetzlich gerade mal sechs Getränke pro Tag – drei zum Mittag, drei zum Abend. Sechs Getränke. Das schafft manche Reisegruppe schon beim Frühstücksbuffet.

Auch Werbung für Alkohol ist im Bereich des Ballermann inzwischen komplett verboten. Die Schinkenstraße existiert noch – aber stille. Fast schon besinnlich.

Und wer nackt in die Wellen hüpft, sollte schnell sein: Drei österreichische Urlauber wurden vergangene Woche an der Playa de Palma angezeigt, weil sie FKK betrieben – Bußgeld jeweils 750 Euro. Die Polizei kam übrigens auf Paddleboards. Man muss das mal auf sich wirken lassen.

Kurz zusammengefasst: Malle ist nach wie vor für alle da – aber bitte mit Beleg.

Wer also diesen Sommer an die Playa fährt: Sonnencreme einpacken, Portemonnaie mitnehmen – und sicherheitshalber die IBAN im Kopf behalten.

 

Das Mallorca Wetter

Sieben Tage Inselglut

Liebe Mallorca-Fans, schnallt euch an – oder besser: schmiert euch ein! Die Insel verwandelt sich diese Woche in eine mediterrane Grillplatte, und die Sonne hat offenbar beschlossen, Dauerkarten-Inhaberin zu werden.

Samstag (18.7.) – 33,6 Grad: Der Tag startet, wie er weitermachen wird: schamlos sonnig. Ein müdes Fünf-Prozent-Risiko für Regen existiert zwar rechnerisch, aber realistisch betrachtet hat dieser Tropfen wohl eher Angst vor der Hitze als umgekehrt. Sonnencreme Faktor 50 ist Pflichtprogramm, nicht Empfehlung.

Sonntag (19.7.) – 33,0 Grad: Eine winzige Abkühlung um eine halbe Krawatte – äh, ein halbes Grad. Die Regenwahrscheinlichkeit klettert auf zehn Prozent, was auf Mallorca ungefähr so viel bedeutet wie "vielleicht zieht mal eine Wolke vorbei und schaut kurz rein, bevor sie sich wieder verabschiedet."

Montag (20.7.) – 34,0 Grad: Der Wochenhöhepunkt! Die Insel knackt die 34-Grad-Marke und macht damit klar: Diese Woche wird nicht verhandelt. Zehn Prozent Regenchance bleiben bestehen, aber wer braucht schon Regen, wenn man auch einfach ins Meer springen kann?

Dienstag (21.7.) – 32,7 Grad: Eine erste, zaghafte Verschnaufpause. Die Temperatur sinkt minimal, so als würde die Sonne kurz durchatmen, bevor sie weiterglüht. Immer noch zehn Prozent Regenrisiko – die Wolken scheinen sich diese Woche generell nicht recht entscheiden zu können.

Mittwoch (22.7.) – ca. 33 Grad (Prognose): Ab hier wird's spekulativ, aber erfahrungsgemäß bleibt die Hitzewelle stabil. Erwartet werden ähnliche Werte wie am Dienstag – die Sonne kennt schließlich keine Pause-Taste.

Donnerstag (23.7.) – ca. 33–34 Grad (Prognose): Die Insel bleibt vermutlich in ihrem gewohnten Hochsommer-Modus. Wer auf Abkühlung hofft, sollte sich eher auf ein Eis als auf einen Wolkenbruch verlassen.

Freitag (24.7.) – ca. 33 Grad (Prognose): Die Woche klingt aus, wie sie begonnen hat: heiß, sonnig, unbeirrbar. Mallorca zeigt sich diese Woche von seiner kompromisslos sommerlichen Seite.

Fazit: Sieben Tage, ein Thema: Hitze mit Ansage. Wer die Insel besucht, sollte Schatten, Wasser und eine gehörige Portion Gelassenheit einpacken – Regenschirme können getrost zu Hause bleiben.

In diesem Sinne, eine schöne und eine erfolgreiche Woche auf der Insel oder wo auch immer Sie sind.

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