Mallorca 28. Woche
Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca
Folge 109 von Egon Garding
Kloster Randa
Höhlentour Mallorca – Ein Tagesausflug voller Magie
1. Startpunkt: Coves d’Artà (Ostküste, Capdepera)
Warum hier beginnen? Eine der eindrucksvollsten Tropfsteinhöhlen Mallorcas. Weniger überlaufen als die Drachenhöhlen
Dramatische Lichtinszenierungen und riesige Hallen, die „Königssäle“ mit meterhohen Stalagmiten, akustische Effekte, die an Orgelklänge erinnern, Blick über die Steilküste am Höhlenausgang
Dauer: ca. 1 Stunde
Tipp: Früh am Morgen kommen – die Atmosphäre ist dann besonders mystisch.
2. Weiterfahrt: Coves del Drac (Porto Cristo)
Die berühmteste Höhle der Insel, der unterirdische See Lago Martel ist einzigartig in Europa, Bootsfahrt über den unterirdischen See, Klassisches Live-Konzert im Dunkeln. Perfekt für Besucher, die „Wow-Momente“ lieben.
Dauer: 1,5 Stunden
Tipp: Tickets vorher online reservieren, sonst lange Wartezeiten.
3. Mittagspause in Porto Cristo
Empfehlung: Frischer Fisch am Hafen, Alternativ: Tapas in einer der kleinen Bars im Ortskern, Ideal, um die Eindrücke der ersten beiden Höhlen zu verarbeiten.
4. Nachmittags-Highlight: Coves de Campanet (Nordwesten)
Warum diese Höhle perfekt zum Abschluss ist, ruhig, familiär, fast meditativ, wunderschöne, filigrane Tropfsteinformationen
Blick auf die Tramuntana-Berge
Highlights: Kleine, intime Höhlenräume, Sehr naturbelassen, Perfekt für Fotos und ruhige Momente
Dauer: 45 Minuten
Tipp: Kombinierbar mit einem Spaziergang durch das Tal von Sant Miquel.
5. Optional für Abenteuerlustige: Die Meereshöhle Cova des Coloms (bei Cala Romàntica)
Nur für sportliche Besucher. Zugang über eine Wanderung und anschließendes Schwimmen
Eine echte Piratenhöhle mit Meerzugang. Keine Beleuchtung, keine Wege – Natur pur
Nur mit Guide: Gute Kondition erforderlich. Wetter- und Wellenvorhersage beachten
Packliste für die Höhlentour
Bequeme Schuhe, Leichte Jacke (Höhlen sind kühl), Wasser & Snacks, Kamera oder Smartphone
Bei Cova des Coloms: Badesachen, Wasserschuhe.
Es war einmal eine Mauer
Mallorca, die Perle des Mittelmeers – und die Playa de Palma, ihr berühmtester Kilometer. Dort, wo Sonne, Sand und Sangría auf engstem Raum aufeinandertreffen, kehrt gerade ein ganz besonderes Baudenkmal zurück: das legendäre Mäuerchen. Wir haben uns das Großprojekt genauer angeschaut.
Es war einmal eine Mauer. Klein, unscheinbar, aus Beton. Und doch war sie das Herzstück der Playa de Palma. Auf ihr saßen Generationen von Ballermann-Besuchern, stellten ihre Bierflaschen ab, philosophierten über den Sinn des Lebens – oder auch nicht. Dann kam die Stadtverwaltung Palma und riss sie im Zuge großer Infrastrukturarbeiten einfach weg.
Was dann passierte, hätte eigentlich jeder vorhersehen können: Mehrere Sturmtiefs ließen Sand ungehindert auf Gehwege, Grünanlagen und sogar in Wohn- und Geschäftsräume wehen. Ein Anwohner brachte das Dilemma philosophisch auf den Punkt: Die Mauer war weg, die Trinkgelage hörten auf – aber der Schutz vor dem Sand fehlte. Man kann eben nicht alles haben. Die InselzeitungMallorca Magazin
Die Lösung? Eine neue Mauer. Insgesamt sollen 1.650 Meter entstehen – vom Balneario 13 in Richtung Arenal, finanziert mit EU-Mitteln. Knappe elf Millionen Euro, damit Urlauber wieder ihr Bier abstellen können. Europa zeigt Herz. Inselradio
Allerdings: Die Saison läuft längst auf vollen Touren, doch 300 Meter fehlen noch – unweit des legendären Balneario 6. Arbeiter schätzen, es könnte noch mindestens einen Monat dauern. Auf Mallorca nennt man das: Hochbetrieb. Mallorca Magazin
Die neue Mauer – ein Triumph der Vernunft über die Bürokratie. Oder zumindest über den Sand. Wir halten Sie auf dem Laufenden, ob das gute Stück noch fertig wird. Bis dahin gilt: Bierflaschen bitte vorsichtig auf der Straße abstellen.
Inca - Ferienvermietungsverbot
Mallorca, die Insel der Träume — und neuerdings auch die Insel der Formulare. Wer glaubt, dass nur Palma, Calvià und Co. beim Thema Ferienvermietung die Handbremse ziehen, der hat die Rechnung ohne Inca gemacht. Die Schuhhauptstadt des Inselinneren macht jetzt ernst — und schickt Airbnb-Träume in die Warteschleife. Hier mein Überblick.
Inca — das ist die Stadt, in der die Uhren schon immer etwas anders ticken. Hier gibt es Schuhe aus dem Outlet, den berühmten Donnerstagmarkt und eine Altstadt, die garantiert kein Touristenbüro kennt. Und genau das war bislang das charmante Problem: Wer nach Inca fuhr, tat das freiwillig. Und wer dort übernachtete, tat das meist als Einheimischer — oder als sehr verlorener Urlauber.
Damit ist jetzt offiziell Schluss — zumindest mit dem Gedanken, das zu ändern. Die Gemeinde Inca schließt sich dem balearischen Moratorium an und gibt keine neuen Lizenzen für Ferienvermietungen mehr aus. Keine neuen Tourismusgenehmigungen. Kein weiteres Airbnb zwischen Ledergeschäft und Bäckerei. Die Botschaft ist klar: Inca bleibt Inca.
Begründung der Behörden: Wohnraum für die Einheimischen sichern, den Charakter der Stadt bewahren, dem Massentourismus die kalte Schulter zeigen. Man könnte fast meinen, Inca wolle sich selbst schützen — vor dem Schicksal, das andere Gemeinden auf der Insel bereits ereilt hat.
Für Investoren, die gerade mit dem Taschenrechner in der Hand durch Incas Gassen spaziert sind und von Renditen geträumt haben: Der Traum endet hier. Zumindest vorerst. Bestehende Lizenzen bleiben gültig — das ist immerhin ein Trost. Aber neue? Fehlanzeige.
Praktisch bedeutet das: Wer in Inca Schuhe kaufen will, darf das weiterhin. Wer dort übernachten möchte — nun ja, der suche sich rechtzeitig ein Hotel. Oder einen netten Einheimischen. Mit Gästezimmer. Und gültiger Lizenz.
Inca macht also das, was auf Mallorca gerade Mode wird: Stopp. Ob das die Wohnungspreise senkt oder einfach nur den Bürokraten beschäftigt — die Insel diskutiert darüber lebhaft. Wir berichten weiter.
Das Mallorca Wetter
Mallorca-Wetter: Die Insel kocht weiter
Sonntag, 12. Juli – Der Tag startet mit einem Paukenschlag: 34,2 Grad und eine Sonne, die es offenbar persönlich nimmt. Eine kleine Regenchance von 10 Prozent existiert zwar auf dem Papier, doch wer darauf wartet, sollte sich lieber gleich in den Schatten flüchten. Der Asphalt tanzt bereits vor Hitze.
Montag, 13. Juli – Mit 33,9 Grad und garantiert trockenem Himmel legt die Insel eine kleine Verschnaufpause ein – zumindest thermisch betrachtet. Die Eisdielen von Palma bis Alcúdia dürften heute Rekordumsätze verbuchen.
Dienstag, 14. Juli – Die Kurve zeigt wieder nach oben: 34,5 Grad, kein Tropfen Regen in Sicht. Die Zikaden schalten in den Dauerbetrieb, die Klimaanlagen der Insel wohl auch.
Mittwoch, 15. Juli – Jetzt wird's ernst: 36,7 Grad! Selbst die Ziegen in der Tramuntana suchen sich heute den letzten Rest Schatten. Empfehlung der Redaktion: Espresso auf Eis, Siesta ausdehnen, Meer nicht verlassen.
Donnerstag, 16. Juli* – Der Trend der letzten Tage lässt vermuten, dass sich die Hitze bei rund 36–37 Grad einpendelt, bevor sie sich allmählich einen Ausflug in Richtung Rekordmarke überlegt. Wer noch Sonnencreme übrig hat – jetzt ist der Moment.
Freitag, 17. Juli* – Vermutlich weiterhin knackig heiß, um die 35 Grad, mit der Insel fest im Sommerschlaf-Modus. Die einzige Abkühlung kommt vom Eiswürfel im Glas.
Samstag, 18. Juli* – Ein zaghafter Rückgang auf geschätzte 33–34 Grad ist möglich, während der Sommer noch keine Anzeichen macht, sich zu verabschieden. Mallorca bleibt Mallorca: heiß, hell und stur wie ein Maultier im Schatten.
Fazit der Redaktion: Diese Woche schreibt die Insel Geschichte – zumindest auf dem Thermometer. Sonnenschutzfaktor 50 ist Pflicht, Optimismus bezüglich Regen ist Träumerei, und wer eine Siesta plant, liegt goldrichtig.
In diesem Sinne, eine schöne und eine erfolgreiche Woche auf der Insel oder wo auch immer Sie sind.
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