Mallorca 13. Woche
Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca
Folge 98 von Egon Garding
So schön kann der Frühling sein
Wer darf rein – und wer bleibt draußen?
Zunächst einmal: B, C, ECO oder 0 Emisiones – das sind die magischen Buchstaben und Zahlen, die den Weg in Palmas Altstadt freimachen.
Ältere Diesel und Benziner? Die bleiben draußen. Und das ist erst der Anfang:
Ab 2027 verlieren Fahrzeuge mit B-Plakette ihr Stadtrecht.
Ab 2030 trifft es auch die C-Plakette – dann dürfen nur noch ECO und 0 Emisiones hineinrollen.
Die Stadt kontrolliert das Ganze mit Kameras, die Kennzeichen scannen und mit einer Datenbank abgleichen. Wer ohne gültige Plakette erwischt wird, zahlt bis zu 200 Euro – Wiederholungstäter sogar mehr. Ein teures Souvenir.
Und was ist mit deutschen Autos?
Hier wird’s spannend:
Eine spanische Umweltplakette bekommt ein deutsches Auto nicht – das ist schlicht nicht vorgesehen.
Aber: Die deutsche grüne oder blaue Plakette wird akzeptiert, solange sie den spanischen Kategorien entspricht.
Das heißt: Wer mit einem modernen Wagen aus Deutschland kommt, kann weiterhin entspannt in die Stadt fahren. Wer mit einem alten Diesel kommt, sollte lieber eines der Parkhäuser außerhalb der Zone ansteuern – die liegen praktischerweise ohnehin vor der Schranke zur neuen Umweltweltordnungmallorca-entdecker.de.
Warum das Ganze?
Weil Palma – wie alle Städte über 50.000 Einwohner – die EU-Vorgaben erfüllen muss. Weniger Abgase, weniger Lärm, bessere Luft. Klingt gut, und ist es auch.
Die Insel hat lange genug unter dem Verkehr gelitten, besonders im Sommer, wenn die Stadt ächzt und die Motoren glühen. Die Umweltzone ist also nicht nur Bürokratie, sondern ein Versuch, Palma wieder etwas atmen zu lassen.
Und wir Inselbewohner?
Wir passen uns an. Wir schimpfen kurz, dann organisieren wir uns – typisch Mallorca.
Die einen beantragen die Plakette online, die anderen fahren künftig öfter Bus oder Rad. Und manche überlegen, ob es nicht doch Zeit für ein neues Auto ist
Die Umweltzone ist kein Weltuntergang, sondern ein Wendepunkt.
Ein kleiner Schritt für die Stadt – aber ein großer für alle, die hier leben, arbeiten oder Urlaub machen.
Und vielleicht, ganz vielleicht, wird Palma dadurch ein bisschen ruhiger, sauberer und lebenswerter.
Eine Plakette kann eben mehr verändern, als man denkt.
Nein – Mallorcas Strände sind nicht „nur noch für Reiche“.
Aber: Einige Strände werden teurer und exklusiver, während andere weiterhin völlig frei zugänglich bleiben. Die Realität ist also gemischt.
Was bleibt kostenlos und für alle zugänglich?
Mallorca hat über 200 Strände, und die allermeisten sind öffentlich zugänglich – das bestätigen alle aktuellen Strandübersichten.
Es Trenc – Naturstrand, frei zugänglich, aber Parken kostet (ca. 8 €)
Platja de Muro – kilometerlang, familienfreundlich, frei zugänglich
Cala Agulla, Cala Mesquida, Cala Mondragó – Naturstrände ohne Eintritt
Caló des Moro – spektakulär, aber überlaufen; Zugang weiterhin kostenlos
Wichtig: In Spanien sind alle Strände öffentlich. Hotels dürfen keinen Privatstrand besitzen.
Wo wird es teurer oder exklusiver?
Nicht der Strand selbst kostet – sondern Parken, Liegen, Gastronomie und Zugangsinfrastruktur.
Typische Beispiele:
Es Trenc: Parken 8 € pro Tag
Formentor: Zufahrt im Sommer eingeschränkt, Shuttlepflicht → wirkt exklusiver
Cala Deià, Sa Calobra: Parken teuer, Restaurants hochpreisig
Beach Clubs (z. B. Portals Nous, Illetes): Liegen 50–200 € – aber der Strand daneben bleibt öffentlich
Warum entsteht der Eindruck „nur noch für Reiche“?
Weil sich mehrere Trends überlagern:
1. Parkgebühren steigen
Naturstrände wie Es Trenc finanzieren damit Schutzmaßnahmen.
2. Beach Clubs breiten sich aus
Sie wirken wie „Privatstrände“, obwohl sie es rechtlich nicht sind.
3. Zugangsbeschränkungen in der Hochsaison
Formentor, Sa Calobra – zur Besucherlenkung.
4. Social-Media-Hype
Strände wie Caló des Moro sind so überlaufen, dass man denkt: „Da komm ich ja nie hin“.
Fazit
Mallorcas Strände gehören weiterhin allen.
Aber: Der Zugang zu einigen Hotspots wird teurer, komplizierter oder exklusiver inszeniert.
Wer flexibel ist, findet weiterhin wunderschöne, ruhige und kostenlose Buchten – gerade im Norden und Osten.
Mallorca muss zuhören
Mallorca hat viele Stimmen. Manche sind laut, manche sind bequem, manche sind touristisch gefärbt. Und dann gibt es Terraferida – jene unbequeme, hartnäckige Stimme, die seit Jahren dokumentiert, was andere lieber übersehen: die stille, aber rasante Zerstörung unseres Landesinneren.
Nach fast drei Jahren Pause meldet sich die Umweltschutzgruppe nun mit einer neuen, brisanten Studie zurück. Ein Comeback, das nicht mit Parolen, sondern mit Daten beginnt. Mit Karten. Mit Beweisen. Und mit einer Warnung, die deutlicher kaum sein könnte:
Mallorca droht zu einem einzigen großen Vorort zu werden.
Inventar der Verwüstung – ein Titel, der sitzt
Die neue Untersuchung trägt den Namen „Inventari de la devastació de Mallorca 2015–2024“. Und sie zeigt, was viele von uns längst spüren:
Hunderte neue Chalets
Ein Meer aus Pools
Neue Photovoltaikfelder, die nicht immer dort stehen, wo sie sinnvoll wären
Steinbrüche, die weiter wachsen
Alles dokumentiert, kartiert, belegt. Nicht als Meinung – sondern als Realität.
Terraferida sagt: „Wenn wir diese Gier nicht stoppen, bleibt von Mallorca bald nur ein riesiger Vorstadtring übrig.“
Ein Inselinneres unter Druck
Während die Politik über Nachhaltigkeit spricht, wächst die Bebauung im ländlichen Raum weiter.
Während Gemeinden über Wasserknappheit klagen, entstehen neue Pools.
Während wir über Klimaschutz diskutieren, verschwinden fruchtbare Böden unter Beton.
Terraferida hat nie auf Demonstrationen gesetzt.
Nie auf große Bühnen.
Ihre Waffe war immer die Recherche – und genau das macht sie so glaubwürdig.
Warum dieses Comeback wichtig ist
Die Organisation erklärt, sie wolle sich künftig weniger im Lärm der sozialen Netzwerke verlieren und stattdessen „Werkzeuge schaffen, die der Gesellschaft wirklich nützen“.
Das ist ein Satz, der hängen bleibt.
Denn Mallorca braucht genau das:
Weniger Lärm. Mehr Fakten. Mehr Mut.
Und was heißt das für uns?
Wir können Terraferida zustimmen oder widersprechen.
Wir können ihre Analysen unbequem finden oder übertrieben.
Aber wir können eines nicht:
So tun, als wäre alles in Ordnung.
Mallorca steht an einem Wendepunkt.
Und Terraferida erinnert uns daran, dass wir uns entscheiden müssen:
Zwischen kurzfristigem Profit – oder einer Insel, die auch in 20 Jahren noch lebenswert ist.
Das Mallorca Wetter
Mallorca: Ruhiger Start, dann wechselhaft in der neuen Woche
Das Mallorca-Wochenende zeigt sich zunächst freundlich, am Samstag sogar mit vielen Sonnenstunden und nur wenig Regenrisiko. Für Sonntag kündigt sich dann allerdings ein deutlich wechselhafterer Tag an: mehr Wolken, dazu zeitweise leichter Regen und spürbar kühleres Wetter.
Zum Wochenstart beruhigt sich die Lage wieder etwas. Am Montag sind laut Prognose freundliche und überwiegend trockene Verhältnisse zu erwarten, bevor die neue Woche insgesamt erneut von einem typischen Wechsel aus Sonne, Wolken und einzelnen Schauern geprägt sein dürfte.
Dabei bleibt es für Ende März insgesamt eher frisch: Die Temperaturen liegen tagsüber meist im Bereich um 13 bis 15 Grad, nachts teils nur bei 3 bis 11 Grad. Dazu kommt am Wochenende zeitweise ein lebhafter Nord- bis Westwind