Mallorca 32. Woche
Wichtige Kurznachrichten aus Mallorca
Folge 113 von Egon Garding
Sommerfeste und Kultur auf der Insel
Wer in diesen Tagen Lust auf mallorquinische Festkultur hat, kommt derzeit voll auf seine Kosten. Über sechzig Dorffeste und Großveranstaltungen prägen den Inselsommer zwischen Juni und August, und auch in den kommenden Wochen ist einiges geboten. In Capdepera bereitet man sich bereits auf die Sant-Bartomeu-Feste rund um den vierundzwanzigsten August vor, mit Konzerten, Tanzabenden, Umzügen und der traditionellen Nit del Foc, der Nacht des Feuers. In Montuïri ziehen am selben Tag die berühmten Cossiers gemeinsam mit der Dama und dem Dimoni tanzend durch den Ort, einer der bekanntesten erhaltenen Bräuche der Insel. Schon am zweiten August erinnerte man in Sant Elm mit einer nachgestellten Schlacht zwischen Mauren und Christen an die historischen Küstenüberfälle vergangener Jahrhunderte. Kulturell ruhiger, aber nicht weniger sehenswert geht es im Kloster von Valldemossa zu: Dort erklingt jeden Sonntag im August die Musik von Frédéric Chopin, der einst selbst dort weilte. Und auch Filmfreunde kamen zuletzt auf ihre Kosten, mit dem Abschluss des Atlàntida Mallorca Film Fests am vergangenen Wochenende. Ein Blick in den Veranstaltungskalender der eigenen Gemeinde lohnt sich also in diesen Wochen ganz besonders.
Flughafen Palma an der Kapazitätsgrenze
Am Flughafen Palma de Mallorca läuft es in diesem August auf Hochtouren – und an vielen Tagen auch am Rande der Kapazitätsgrenze. Experten rechnen für die Hochsaison mit bis zu sechzehnhundert Flugbewegungen täglich. Die europäische Flugsicherungsorganisation Eurocontrol hat Palma sogar als größtes Risiko für Verkehrsstaus im spanischen Luftraum eingestuft. An siebzehn Tagen zwischen dem dritten und dreißigsten August dürfte die Nachfrage die verfügbare Ankunftskapazität erreichen oder sogar übersteigen. Erschwerend kommt hinzu, dass es an einzelnen Tagen zu Warnstreiks der Bodenabfertigungsfirma Swissport kam, was zu spürbaren Verzögerungen bei Check-in und Gepäckausgabe führte. Reisenden wird daher dringend empfohlen, deutlich mehr Zeitpuffer für den Weg zum und durch den Flughafen einzuplanen, insbesondere an Wochenenden und zu den Stoßzeiten am Vormittag und frühen Abend. Wer in den kommenden Tagen einen Flug hat, sollte außerdem den Status regelmäßig online prüfen und möglichst nur mit Handgepäck oder frühzeitig eingecheckt anreisen, um lange Warteschlangen zu vermeiden. Palma bleibt damit einer der am stärksten ausgelasteten Flughäfen Spaniens in diesem Sommer.
Hitzewelle hält Mallorca im Griff
Sonne satt und Temperaturen weit über dem Durchschnitt: Mallorca steckt mitten in einer Hitzewelle. Am Dienstag und Mittwoch kletterte das Thermometer in Palma auf bis zu siebenunddreißig Grad, im Inselinneren und im Nordosten wurden sogar neununddreißig bis vierzig Grad gemessen. Für diese Regionen galt die Warnstufe Orange, für den Rest der Insel Gelb. Damit lagen die Werte bis zu neun Grad über dem langjährigen Mittel für Anfang August. Der spanische Wetterdienst Aemet rät weiterhin dazu, körperliche Anstrengung in den Mittagsstunden zu vermeiden, ausreichend zu trinken und besonders auf ältere Menschen und Kinder zu achten. Erste Entspannung ist ab Donnerstag in Sicht: Die Temperaturen sollen im Wochenverlauf schrittweise sinken, auf etwa dreiunddreißig Grad am Samstag und einunddreißig Grad am Sonntag. Bis dahin bleibt es aber bei viel Sonnenschein und kaum Wolken über der Insel. Wer an den Strand möchte, sollte auf ausreichend Sonnenschutz und genügend Wasser achten, denn auch die UV-Belastung ist in diesen Tagen sehr hoch. Für den Rest der Woche empfiehlt sich, größere Ausflüge eher in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu legen.
Wasserbus Palma: Zu Wasser gelassen, aber noch nicht schwimmfähig
Eigentlich sollte er längst über die Bucht von Palma tuckern: der Wasserbus, der Touristen und Anwohner elegant an Stau, Parkplatzsuche und Hitzestress vorbeischippern sollte. Vier elektrische Katamarane, sechs Haltestellen, sechs Euro pro Fahrt, Start eigentlich noch dieses Jahr. Klang nach einer der wenigen Ideen aus der Verkehrsplanung, die tatsächlich Spaß macht.
Nun aber liegt das Projekt auf der Kippe – und zwar nicht wegen Wellengang, sondern wegen Papierkram. TUI hat sich zwar den Zuschlag für drei Linien gesichert, verhandelt aber weiterhin mit der Hafenbehörde. Der Branchenverband APEAM zweifelt an der technischen Umsetzung und findet die geplanten Boote zu groß. Die Hafenbehörde selbst gibt sich gelassen: Das Verfahren laufe weiter, eine Entscheidung stehe noch aus.
Mit anderen Worten: Der Wasserbus schwimmt derzeit vor allem im Konjunktiv. Ironisch für ein Verkehrsmittel, dessen größtes Verkaufsargument war, dass es keine Stauprobleme kennt – jetzt steckt es im bürokratischen Stop-and-go fest, nur eben an Land.
Ob die Katamarane also zum Jahresende ablegen oder erstmal weiter im Trockendock der Zuständigkeiten liegen, bleibt offen. Bis dahin heißt es für Palmas Pendler: weiter im Auto schwitzen statt im Boot die Bucht genießen.
Der Almudaina-Palast in Palma
hat kürzlich nach rund siebenmonatiger Renovierung Ende Juli 2026 wiedereröffnet. Wichtigste Punkte:
Die Innenräume wurden komplett überarbeitet, mit neuen Ausstellungsräumen und einem neu geordneten Rundgang. Der Palau de la Reina ist jetzt ebenfalls zugänglich, zudem gab es Verbesserungen bei Beleuchtung und Energieeffizienz. Insgesamt wurden über 2,5 Millionen Euro investiert, finanziert aus EU-Mitteln.
Der Besucherrundgang folgt jetzt einer chronologischen Reihenfolge: von römischen Spuren über die maurische Madina Mayurqa bis zum Königreich Mallorca und der Zeit unter der Krone von Aragón.
Der Palast aus dem 14. Jahrhundert dient weiterhin als offizielle Residenz der spanischen Königsfamilie bei Mallorca-Besuchen.
Mallorquinische Hotelriesen verlassen Kuba – das Ende einer Ära
Nach mehr als drei Jahrzehnten ziehen sich die großen mallorquinischen Hotelketten vollständig aus Kuba zurück. Meliá Hotels International, Iberostar und Barceló haben binnen weniger Wochen im Sommer 2026 nacheinander erklärt, ihr operatives Geschäft auf der Insel einzustellen. Damit endet eine Präsenz, die den kubanischen Tourismussektor seit den frühen 1990er-Jahren maßgeblich geprägt hat.
Meliá machte am 24. Juli 2026 endgültig Schluss: Der Konzern beendete die Verwaltung und Vermarktung sämtlicher verbliebener Häuser auf der Insel und damit 36 Jahre ununterbrochenen Betriebs. Zuletzt war Meliá mit 34 Hotels und rund 14.000 Zimmern der größte ausländische Hotelbetreiber Kubas. Bereits im Juni hatte das Unternehmen die Verträge für 15 Häuser gekündigt, darunter bekannte Adressen wie das Gran Hotel Bristol in Havannas Altstadt sowie das Paradisus Varadero und das Sol Varadero Beach. Als Begründung nannte Meliá „gravierende operative, rechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten“, die eine minimale betriebliche Stabilität faktisch und rechtlich unmöglich machten.
Nur Tage später zogen Iberostar und Barceló nach. Ende Juli folgte der vollständige Rückzug. Barceló kündigte an, die Führung seiner 34 Hotels auf der Insel im August, einzustellen. Kleinere Ketten wie Blau Hotels hatten den kubanischen Markt bereits zuvor schrittweise verlassen.
Ausschlaggebend für den Rückzug ist ein Zusammenspiel aus politischem Druck und wirtschaftlichem Kollaps. Die Trump-Administration hat ausländischen Unternehmen ein Ultimatum gestellt, jegliche Geschäftsbeziehungen zu GAESA zu beenden – jenem Konglomerat, dem auch der Tourismuskonzern Gaviota untersteht. Der Besucherstrom brach in der Folge ein.
Die Zahlen belegen das Ausmaß der Krise: Im ersten Quartal 2026 reisten lediglich 328.608 Touristen nach Kuba, ein Rückgang von mehr als 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Meliá arbeitete zuletzt nur noch mit rund der Hälfte seiner Kapazität, mehrere Häuser blieben wegen der Energiekrise geschlossen.
Mit dem gleichzeitigen Rückzug von Meliá, Iberostar und Barceló verliert Kuba binnen weniger Wochen praktisch seine gesamte etablierte internationale Hotelinfrastruktur – ein Einschnitt, dessen Folgen für Beschäftigung, Deviseneinnahmen und das Image der Insel als Reiseziel erst in den kommenden Monaten voll sichtbar werden dürften.
Das Mallorca Wetter
Mallorca-Wetter: Sieben Tage, ein Backofen
Liebe Insulaner, liebe Resturlauber, liebe Sonnencreme-Nachschub-Käufer: Der Wetterbericht für die kommende Woche lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Es wird heiß, es bleibt heiß, und der Regenschirm darf getrost im Schrank Staub ansetzen.
Samstag: Weiter aufwärts, 23 bis 36 Grad. Wer jetzt noch joggen geht, sollte vorher kurz mit sich selbst reden.
Sonntag: Der bisherige Wochenhöhepunkt mit bis zu 37 Grad und wolkenlosem Himmel. Die Strände von Playa de Palma bis Alcúdia verwandeln sich in Handtuch-an-Handtuch-Mosaike, und wer um 14 Uhr noch ein Sonnenschirmchen ergattert, hat im Lotto gewonnen.
Montag: 23 bis 36 Grad, weiterhin strahlender Sonnenschein. Die Ziegen in der Tramuntana suchen konsequent den Schatten auf – ein Verhalten, das wir allen Zweibeinern nur empfehlen können.
Dienstag: Es bleibt bei sommerlicher Standardausstattung: viel Sonne, um die 36 bis 37 Grad, Regenwahrscheinlichkeit weiterhin bei sensationellen null Prozent.
Mittwoch: Zum Wochenausklang klettert das Quecksilber auf bis zu 38 Grad. Die Insel brutzelt, die Cala-Bäder füllen sich schon vor dem Frühstück, und der Ostwind, der mit müden 7 km/h über die Insel weht, schafft es nicht mal ansatzweise, für Abkühlung zu sorgen.
Donnertag: 23 bis 35 Grad, kein Wölkchen in Sicht. Die Eisdielen in Palma bereiten sich auf den Ausnahmezustand vor.
Zusammengefasst: Sieben Tage, sieben Sonnenscheingarantien, rund 13,7 Sonnenstunden täglich und Temperaturen zwischen 22 und 38 Grad. Regenschirme sind diese Woche höchstens als Sonnenschutz zu gebrauchen, und die einzige Abkühlung, mit der ernsthaft zu rechnen ist, kommt aus dem Wassereis in der Hand oder dem Mittelmeer selbst – Wassertemperatur angenehme, fast schon badewannenwarme Werte. Wer Mallorca diese Woche besucht, sollte Sonnencreme, Wasserflasche und eine gehörige Portion Gelassenheit einpacken. Der Wetterbericht jedenfalls hat Feierabend – hier gibt es diese Woche wirklich nichts zu berichten außer Sonne, Sonne, Sonne.
In diesem Sinne, eine schöne und eine erfolgreiche Woche auf der Insel oder wo auch immer Sie sind.
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